04.06.2020

Verena Pausder for Bildungsministerin

Unsere Woman of the Month zeigt, wie man die Ärmel hochkrempelt und Veränderung in der Bildung herbeiführt, statt darüber zu sinnieren, was alles schwierig werden könnte.

Ich traf Verena Pausder erstmals in ihren Anfängen von Fox and Sheep und schon damals war mir klar: Diese Frau wird etwas verändern. Eine Frau, die zeigt, dass Digitalisierung ein Zeitalter ist und kein Problem, dass ein Smartphone zu besitzen nicht ausreicht, um mündig damit umzugehen und dass wir einen Auftrag haben, Bildung neu zu denken und dass Lernen Spaß machen kann – eine Frau mit Power, Mut und Herz.

Während die Politik noch diskutiert, die meisten Schulen auf Ideen und Anweisungen von oben warten, Eltern sich im ungewollten Zweitjob als Lehrer*innen üben, zögert sie nicht lange und übernimmt das Ruder um das viele nur herumschleichen, statt es in die Hand zu nehmen. Denn die Aufmerksamkeit, die den- oder diejenige erwartet, die das längst überholte Schulsystem endlich modernisiert, wird groß sein.

Weiteres Engagement

Verena Pausder, die neben weiteren Mandaten in Aufsichtsräten und anderen Kontrollgremien auch stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats bei Comdirekt ist, macht sich für andere stark. Als Delia Lachance, Gründerin und CCO bei Westwing Anfang März ihren Vorstandsposten abgeben muss, weil ihr Mutterschutz beginnt, geht Verena Pausder gemeinsam mit weiteren Mitstreiterinnen auf die Barrikaden und fordert die „rechtlichen Rahmenbedingungen auf ein modernes Frauenbild anzupassen“. Elternzeit und Mutterschutz muss auch für Vorständinnen und Vorstände gelten. Pausder will nun eine Gesetzesänderung anstoßen.

Genau diese Frau brauchen wir. Genau an dieser Stelle.

Die Digitalexpertin gibt Eltern und Kindern eine Stimme, die von der aktuellen Situation überfordert, überlastet und hilflos sind. Sie nutzt die Chance der Krise ein längst überaltetes Schulsystem zu reformieren, es ins digitale Zeitalter zu führen und wie sie es nennt „den Turbo zu zünden“.

Während jede Schule versucht für sich Lösungen zu finden, fordert Verena Pausder die einfachen Dinge, die das Leben vieler Schulleitungen und Lehrer*innen um vieles erleichtern würde: Positiv-Listen von datenschutzkonformen Anwendungen, die Schulen nutzen können, eine Übersicht über digitale Anwendungen, die gefördert werden, und wie man diese abrufen kann, die Nutzung des Digitalpaktes, die Ausstattung der Schulen mit Geräten, professionelle E-Mail-Adresse für Lehrer*innen und vieles mehr. Wenn solche Vorgaben, Anleitungen und Hilfestellungen vom Kultusministerium kommen würden, müsste nicht an jeder Schule ein Team von Lehrer*innen dasselbe erarbeiten. „Hätten wir Föderalismus, um voneinander zu lernen, wäre das toll“, sagt Pausder und mahnt: „Wir haben nicht mehr die Zeit für diese Streitigkeiten unter den Ländern. Warum nehmen wir nicht mal best practice: Wenn du eine tolle Cloud hast, wie kann ich die auf mich übertragen? Es gibt genug Schulen, die schon erste Dinge gut umsetzen, die sollen die mal ihre Schatztruhe öffnen und sagen, wie sie es gemacht haben.“

Carina Pyrek
Susanne Schlösser ist Mitgründerin und Geschäftsführerin von OW up!

Über die Autorin

Susanne Schlösser

Arbeitet seit über 15 Jahren für Unternehmen und Personen. Als Kommunikations- & Marken-Strategin, Markentherapeutin, Coach, Agentin entwickelt sie mit ihnen und für sie Neues. Die Mutter von zwei Kindern liebt es, sich stetig weiterzuentwickeln, Neues zu lernen und neue Perspektiven einzunehmen. Sie arbeitet auf der einen Seite strategisch und analytisch, ist jedoch sehr sensibel für die Zwischentöne, das Ungesagte und die Energien, die im Raum entstehen, wenn sie mit Menschen arbeitet. Denn in ihren Augen entstehen nicht alle Facetten, die es zum Erreichen eines Zieles benötigt, im Kopf.