Caroline Rosales: „Beim Sex denken wir serviceorientiert“

Caroline gehört zu einer neuen Generation von Autorinnnen, „die ein eigenes Bild von sich und ihrem Körper entwerfen“, schreibt Iris Radisch im Zeit Magazin. Ihr neues Buch tut weh – und rechnet mit Männern wie Frauen ab.

Caroline, wieso hast du damals zu dem Chefredakteur, den Du im Buch „Chef“ nennst, nicht „Nein“ gesagt?

Nun, ich denke, dass die Geschichte „Dunkelheit“ in meinem Buch, in dem „der Chef“ vorkommt, von ihrer Ambivalenz lebt. Viele junge Frauen meiner und der umliegenden Generationen machen Dinge mit, weil sie denken, dass es sich so gehört, weil sie nicht unhöflich sein wollen, das Gegenüber nicht verstören oder gar verärgern wollen. Auf der anderen Seite spielt auch der Aspekt der Kontrolle oder Macht eine Rolle, aber ich möchte die Geschichte gar nicht zu Ende erklären – die Erzählung, die Kunst selbst zu deuten.

Du beschreibst so schonungslos ehrlich in dem Kapitel „Dunkelheit“, dass Du an den geschäftlichen Kontakten des „Chefs“ interessiert warst. Gab es damals einen unausgesprochenen Deal zwischen Männern und Frauen: Sex gegen Vorteile?

Ja, das spielte sicher auch eine Rolle, aber auch hier ist wichtiger: Jeder entdeckt selbst seinen Sinn in der Geschichte.

Tina Molin
Denise Siegel
Tina Molin ist Mitgründerin und Chefredakteurin von OW up!

Über die Autorin

Tina Molin

Arbeitet seit über 20 Jahren als Journalistin und hat sich schon mit vielen spannenden Themen beschäftigt. 1996 schrieb sie in Hamburg bereits über Techno, Tracks und DJs. Ab 2000 verfolgte sie für PRINZ das pulsierende Berliner Nachtleben. Später interviewte sie für BUNTE Prominente von Hugh Jackman bis Lady Gaga. Dann wurde sie Mutter – und plötzlich war die Lust weg. Daraus folgte der Blog Happy Vagina und das Interesse für weibliche Sexualität. Als Gründerin und Chefredakteurin von OW up! möchte sie Frauen inspirieren und motivieren, ihren eigenen Weg zu finden und zu gehen.