Den seelischen Rucksack abstellen und Lasten zurücklassen

Vera Griebert-Schröder ist eine moderne Schamanin. Die Münchnerin möchte Menschen durch Rituale zeigen, welche Energie und Kraft in ihnen wohnt und wie sie damit ihr Leben positiv beeinflussen können. Jeden Monat stellt Vera ein praktisches Alltagsritual vor, das sich in wenigen Minuten durchführen lässt. Diesen Monat geht es darum seinen Rucksack leichter zu machen und Belastungen zurückzulassen.

Mach es dir irgendwo gemütlich, auf deinem Lieblingssessel oder irgendwo in stiller Natur, wo du ungestört bist. Am besten machst du dein Handy aus, sodass du dir selbst ein Geschenk machen kannst. Die letzte Zeit war möglicherweise anstrengend oder du hattest herausfordernde Projekte, turbulente Veränderungen oder Gespräche, nun kommt der Zeitpunkt, an dem du ein wenig reflektieren kannst, um dann leichter, lockerer und unbeschwerter weiter zu wandern.

Unbeschwert weiter wandern

Vor deinem inneren Auge stehst du selbst in der unberührten Natur. Du möchtest dich auf eine Wanderung begeben, um den Alltag hinter dir zu lassen und unbeschwert weiter zu gehen. Du nimmst deine Umgebung genau wahr, die Bäume und den Weg unter deinen Füßen.

Auf deinem Rücken ein Rucksack, mit allem, was du meinst, mitnehmen zu müssen. Langsam, aber stetig steigt der Weg an. Der Weg nimmt dich ein Stück hinauf auf den Berg. Du bist froh Zeit für dich zu haben und spazierst bergauf. Der Riemen deines Rucksacks beginnt etwas zu drücken, aber du möchtest weiter wie gewohnt. Du gehst und freust dich über die Bäume, die Vögel und den freien Himmel. Doch das Gewicht scheint schwerer zu werden, und so entscheidest du anzuhalten und einmal in deinen Rucksack zu schauen. Da sind sie drin, deine Sorgen, deine unerledigten Aufgaben und alles was du an dir kritisierst. Kein Wunder, dass der Rucksack so schwer ist. So hältst du inne und dir wird bewusst, wie viel Ballast du ständig, auch im Alltag mit dir herumschleppst.

Auspacken und zurücklassen

In Gedanken versunken gehst du weiter und fragst dich, ob das alles wirklich sinnvoll ist, was du auf deinem Weg den Berg hinauf mitschleppen möchtest. Aufmunternd singen die Vögel und du machst erneut eine Rast am sprudelnden Bach, erfrischt dich, ruhst aus und… ja und du überlegst, ob du tatsächlich alles mitnehmen möchtest. So beginnst du auszupacken, vielleicht die alten Glaubensmuster, dass man nur durch harte Arbeit ans Ziel kommt oder alles was allgemein an Regeln gemacht und gesagt wird, die du nie hinterfragt hast. Du beginnst auszupacken und dir fällt auf, dass da auch die Vorstellungen der anderen sind, die dich drücken und dein Leben schwer machen. Auch die kannst du auspacken, aber überlege gut, manches kann auch ganz nützlich sein.

Mit leichterem Gepäck schreitest du nun weiter voran und machst dir weiter Gedanken, was du noch auspacken könntest. Um dich herum sind die Bäume, die frische Luft, die dich aufatmen lassen, das hilft dir dich innerlich und äußerlich aufzurichten. Schon länger gehst du deinen Weg und es steht dir frei wie viel Gepäck du schleppen möchtest. Da kommen Gedanken an längst vergangene Situationen, die dich vorsichtig und ängstlich haben werden, lassen. Vielleicht erinnerst du dich auch an etwas, dass gar nicht gut war und du daher weniger mutig aufgetreten bist, all das liegt als Gewicht auf deinen Schultern und so nutze die Zeit des Wanderns, die freie Natur langsam, aber sicher deinen Weg zu folgen und abzulegen, was Du nicht mit auf den Weg nehmen möchtest.

Kein Mensch macht dir Vorschriften

Das allerbeste ist natürlich, dass du heute nicht unbedingt auf den Gipfel musst. Kein Mensch macht dir Vorschriften, du selbst kannst entscheiden nach schwierigen Herausforderungen einmal viel früher Pause zu machen. Anzuhalten und zu resümieren. Es könnte sein, dass dein Ziel heute das Ausleeren deines Rucksacks ist, ein Ziel, das vielversprechender ist als das Altbekannte, das immerfort weitergehen-müssen. Mach mal etwas anders, trau dich den Rucksack bis auf ein Minimum zu leeren. Such dir einen schönen Platz und erlaube dir, alle Sorgen dort zu lassen. Alle Gedanken und Vorstellung, auch den inneren Kritiker lass zurück. Wandere weiter und freue dich an der Schönheit der Schöpfung. Lass dich von der Freiheit verführen nirgendwo hinzumüssen, alle Regeln brechen zu können. Munter entscheidest du dein Tempo und auch deine Pausen, in denen du dich ausruhst oder der Natur lauscht, dich vom Duft des Waldes verführen lässt und langsam zu sein.

Nach einer wunderbaren Zeit der Erholung machst du dich auf den Rückweg in die Alltagswirklichkeit. Überlege dir gut, willst du den gesamten Inhalt deines Rucksacks mitnehmen oder kannst du bereits heute schon allerhand zurücklassen.

Wieder angekommen kannst du vielleicht die Schönheit der Natur mitbringen und dir von deinem nächsten echten Spaziergang einen kleinen „Reminder“ mitbringen?

Andrea Altemüller

Über die Autorin

Vera Griebert-Schröder

Arbeitet seit über 30 Jahren als Heilpraktikerin, Therapeutin und Beraterin in München. Ihr Anliegen ist es, das Wissen traditioneller Schamanen aus anderen Kulturen in unsere westliche Gedanken- und Gefühlswelt zu bringen. Nicht nur in ihrer Praxis möchte sie dieses Wissen vermitteln, sondern sie veranstaltet auch die monatliche „Öffentliche Meditation“ im Dianatempel in München und hat die Fraueninitiative „Ahninnen der Zukunft” gegründen. Außerdem ist sie Autorin verschiedener Bücher: „Eine Reise zu den Ahnen“, „Deine Liebe zum Leben“, „Schamanische Alltagsrituale im hier und jetzt“. Hier geht’s zur Webseite von Vera Griebert-Schröder.