Eizellen einfrieren: „Ich wollte mir alle Türen offen halten"

Immer mehr Frauen in Deutschland lassen sich ihre Eizellen einfrieren. Jenny Saft hat den Prozess des Social Freezing selbst durchlaufen, doch es war nicht einfach sich dabei zurechtzufinden: Welche Kosten kommen auf einen zu, muss man sich selbst spritzen und wie hoch sind eigentlich die Erfolgschancen? Im Interview erzählt sie, was sie gelernt hat und wie daraus die Idee für ihr eigenes Start-up entstanden ist.

Liebe Jenny, Du hast vor einigen Jahren deine Eizellen einfrieren lassen. Wieso hast Du Dich für diesen ungewöhnlichen Schritt entschieden?

So ungewöhnlich finde ich diesen Schritt eigentlich gar nicht. Ich habe ein paar Jahre in San Francisco gelebt, dort ist das Einfrieren von Eizellen mittlerweile ganz normal. Von daher hatte ich es bereits einige Jahre im Hinterkopf und zu meinem 32. Geburtstag habe ich dann entschieden, dass es an der Zeit ist, es umzusetzen. Die Gründe waren recht einfach: Ich hatte keinen Partner und ein tolles Leben: super Job, schöne Wohnung im Herzen Berlins, viel reisen, völlig selbstbestimmtes Leben… ein Kind konnte ich mir einfach noch nicht vorstellen. Gleichzeitig passiert aber das, was man eigentlich gar nicht hören möchte: Die biologische Uhr fing an zu ticken. Ich wollte mir also alle Türen offen halten.

Wissen Deine Familie und Deine Freund*innen davon? Wie hat Dein Umfeld auf Deine Entscheidung reagiert?

Ich habe eigentlich allen davon erzählt: meiner Familie, meinen Freund*innen, sogar meinen Arbeitskolleg*innen. Meine Entscheidung stand fest und bis auf wenige Ausnahmen habe ich auch fast nur positives Feedback dazu bekommen. Meine Mama war fast ein bisschen froh, dass ich das Thema Kinder noch in Erwägung ziehe.

Tina Molin
Denise Siegel
Tina Molin ist Mitgründerin und Chefredakteurin von OW up!

Über die Autorin

Tina Molin

Arbeitet seit über 20 Jahren als Journalistin und hat sich schon mit vielen spannenden Themen beschäftigt. 1996 schrieb sie in Hamburg bereits über Techno, Tracks und DJs. Ab 2000 verfolgte sie für PRINZ das pulsierende Berliner Nachtleben. Später interviewte sie für BUNTE Prominente von Hugh Jackman bis Lady Gaga. Dann wurde sie Mutter – und plötzlich war die Lust weg. Daraus folgte der Blog Happy Vagina und das Interesse für weibliche Sexualität. Als Gründerin und Chefredakteurin von OW up! möchte sie Frauen inspirieren und motivieren, ihren eigenen Weg zu finden und zu gehen.