Das Coronavirus sorgt für Panik. So findet man aus der Angst wieder raus

Hamstereinkäufe, die Rede vom „Angstvirus“ und Verschwörungstheorien befeuern die allgemeine Verunsicherung. „Ein gewisses Maß von Angst ist gut“, erklärt Coach Yasemin Focali. Doch ein Übermaß führt zu Panik – und dem horten von Toilettenpapier. Zum Glück gibt es ein einfaches Mittel gegen Angst: Vertrauen.

Liebe Yasemin, Du betreust als Coach Menschen in schwierigen Lebensphasen. Gerade durch die Corona-Krise sind viele in ihren Grundfesten erschüttert. Angst, Verunsicherung und sogar Panik greifen um sich? Wie geht man mit diesen Emotionen um?

Der beste Umgang ist es die Emotionen einzuordnen. Der Corona-Virus ist etwas für uns nie Dagewesenes und die Auswirkungen sind gravierend. Die Bedrohung durch einen Virus ist ja erst mal unsichtbar, wobei die Bilder in den Medien uns an Endzeitszenarien erinnern. Bettlager für Schwerstkranke und deren Notversorgung durch Helfer in Schutzanzügen – Bildern wie aus einem zombieapokalyptischen Blockbuster.

Dadurch werden innere Bilder und Informationen aktiviert, die wir im Laufe unsers Lebens gesammelt haben, nur eben nicht aus selbsterworbenen Erfahrungen, sondern aus reißerischen, auf Spannung und Aktion aufgebauten Filmen und Serien. Es kann  also hilfreich sein, zu unterscheiden, was real ist und was Fiktion.

Dazu kommt, dass die Verunsicherung und Panik teilweise Züge einer Hysterie angenommen hat, es wird vom „Angstvirus“ geredet und leider erleben wir deshalb sogar Stigmatisierungen und Ausgrenzungen z. B. von asiatisch aussehenden Menschen. Dieses Schubladendenken gibt scheinbare Orientierung, denn wir geben damit dem Unsichtbaren ein Gesicht, in diesem Fall ein asiatisches und grenzen aus.

Viele Menschen scheinen in dieser Ausgrenzung, aber auch in der Angst und Panik festzustecken.

Tina Molin
Denise Siegel
Tina Molin ist Mitgründerin und Chefredakteurin von OW up!

Über die Autorin

Tina Molin

Arbeitet seit über 20 Jahren als Journalistin und hat sich schon mit vielen spannenden Themen beschäftigt. 1996 schrieb sie in Hamburg bereits über Techno, Tracks und DJs. Ab 2000 verfolgte sie für PRINZ das pulsierende Berliner Nachtleben. Später interviewte sie für BUNTE Prominente von Hugh Jackman bis Lady Gaga. Dann wurde sie Mutter – und plötzlich war die Lust weg. Daraus folgte der Blog Happy Vagina und das Interesse für weibliche Sexualität. Als Gründerin und Chefredakteurin von OW up! möchte sie Frauen inspirieren und motivieren, ihren eigenen Weg zu finden und zu gehen.