Online-Coaching gegen sexuelle Lustlosigkeit

Corona wirkt wie ein Brennglas. Im #Lockdown begegnen einige Frauen vielleicht gerade ihrer sexuellen Unlust – und wollen sich damit auseinandersetzen. Wie gut, dass zwei Psychologinnen ein Online-Programm entwickelt haben, um Frauen bei sexueller Lustlosigkeit zu helfen.

Die beiden Psychologinnen Julia Velten und Milena Meyers arbeiten am Lehrstuhl für klinische Psychologie und Psychotherapie an der Ruhr-Universität Bochum. Sie haben ihr Wissen für die MiSelf-Studie gebündelt. Damit wollen sie dem Thema sexuelle Unlust bei Frauen auf den Grund gehen. Gleichzeitig bieten sie aber auch ein Online-Programm an, das Betroffenen helfen soll.

Wie viele Frauen sind laut bereits bekannten Studien von dem Problem „sexuelle Unlust“ betroffen?

Wichtig zu wissen ist zunächst, dass im Bereich der sexuellen Probleme, im Speziellen bei der Lust auf Sex, sehr viele Frauen „betroffen“ sind. Das individuelle Verlangen ist von vornherein bei jeder Frau sehr unterschiedlich ausgeprägt. Diese Schwankungen und Unterschiede sind jedoch vollkommen normal.

Von einem sexuellen Problem oder gar einer sexuellen Funktionsstörung sprechen wir erst dann, wenn Frauen stark darunter leiden, wenig oder kein Verlangen zu haben. Insbesondere dann, wenn sie auch andere Phasen von sich kennen oder sich für sich selbst und ihre eigene Sexualität so leben zu können, wie sie möchten, etwas anderes wünschen würden. Psycholog*innen und Psychotherapeut*innen unterscheiden dabei sexuelle Probleme und sexuelle Funktionsstörungen. Sexuelle Probleme sind Einschränkungen in der Sexualität, die oft auftreten, aber vorübergehend sind. Damit sind zum Beispiel Veränderungen in der Lust auf Sex gemeint.

Aus Studien wissen wir, dass eine große Zahl von Frauen über die Lebensspanne Probleme mit ihrer Sexualität erleben. Studien gehen dabei von Zahlen zwischen 30 – 67 Prozent aus. Vermindertes sexuelles Verlangen ist dabei tatsächlich das häufigste Problem bei Frauen (20 Prozent Jahresprävalenz). Eine tatsächliche Funktionsstörung, in dem Sinne, dass therapeutischer Behandlungsbedarf bestehen kann, erleben circa 6 Prozent der Frauen in ihrem Leben.

Tina Molin
Denise Siegel
Tina Molin ist Mitgründerin und Chefredakteurin von OW up!

Über die Autorin

Tina Molin

Arbeitet seit über 20 Jahren als Journalistin und hat sich schon mit vielen spannenden Themen beschäftigt. 1996 schrieb sie in Hamburg bereits über Techno, Tracks und DJs. Ab 2000 verfolgte sie für PRINZ das pulsierende Berliner Nachtleben. Später interviewte sie für BUNTE Prominente von Hugh Jackman bis Lady Gaga. Dann wurde sie Mutter – und plötzlich war die Lust weg. Daraus folgte der Blog Happy Vagina und das Interesse für weibliche Sexualität. Als Gründerin und Chefredakteurin von OW up! möchte sie Frauen inspirieren und motivieren, ihren eigenen Weg zu finden und zu gehen.