Endlich weniger Plastik Im Badezimmer? Hier sind ein paar Ideen für Dich

Das Shampoo aus der Flasche, der Einwegrasierer aus Kunststoff und die in Verpackung eingeschweißte Zahnbürste – alles aus Plastik. Bisher war Plastik aus dem Badezimmer nicht wegzudenken, doch zum Glück finden immer mehr umweltfreundliche Produkte ihren Platz in den Regalen der Drogeriemärkte. Hier einige Inspirationen, über die es sich lohnt, mal nachzudenken.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 38 Kilogramm Plastik schmeißen die Deutschen jährlich in den Müll. Leider wird nur ein kleiner Teil davon recycelt, der Rest landet auf Mülldeponien oder wird verbrannt. Für die Umwelt ist das eine Katastrophe, deshalb gibt es immer mehr Start-ups, die innovative Alternativen auf den Markt bringen. Denn ja, ein plastikfreies Badezimmer ist möglich! Wenn auch im Moment noch deutlich teurer. Doch egal wie die finanzielle Lage ist, Umdenken lohnt sich. Und umsteigen – nach und nach – ganz sicher auch.

Produkte aus Bambus

Kleinvieh macht auch Mist. Die Zahnbürste, die alle drei Monate gewechselt werden soll, ist nicht nur aus Kunststoff, sie ist auch in Plastik eingeschweißt. Deshalb gibt es z. B. bei DM bereits einige Alternativen aus Bambus und in Karton verpackt zu kaufen. Auch Wattestäbchen gibt es inzwischen aus Bambus und mit Bio-Baumwolle. Bambus ist ein rasch nachwachsender Rohstoff und somit viel besser als Plastik. Im Internet finden sich auch zahlreiche Mehrweg-Alternativen, die schick aussehen und viel öfter verwendet werden können.

Leider sind die meisten Produkte im Moment noch teurer als die herkömmlichen Varianten aus Plastik. Doch viele der Innovationen stammen von kleinen Start-ups, die sich in der Anfangsphase befinden und noch nicht so große Mengen herstellen. Je mehr Menschen die Produkte jedoch nutzen, desto geringer werden deren Produktions- und Vertriebskosten werden – und das wirkt sich dann positiv auf den Preis aus.

Seife am Stück

Statt Flüssigseife zu verwenden, schon mal über ein Seifenstück nachgedacht? Das kommt zum einen ohne Plastikverpackung und zum anderen ohne Mikroplastik daher. Seifenstücke gibt es für die Hände, die Haare und den Körper. Zudem könnte noch ein Seifensäckchen aus Sisal angeschafft werden. In das gibt man die Seifenreste, dann reibt man sich damit den Körper ein: Das schäumt, reinigt und peelt zugleich. Zusätzlich empfiehlt sich das Seifensäckchen auch für Reisen, denn so ist alles sauber verstaut.

Aus Holz

Seifenschale und Zahnputzbecher aus Holz?! Das könnte eine schicke Alternative zu Plastikprodukten sein. Und muss der Kamm und die Bürste wirklich aus Plastik sein oder gibt es nicht ein tolle Alternative aus Holz? Einige Fashionistas schwören übrigens auf Bürsten mit Wildschweinhaarborsten, weil sie das Haar so schön zum Glänzen bringen.

Natürlich gibt es auch Kosmetikpinsel aus Holz, genauso wie Mülleimer, Klobürste und Handfeger mit Kehrblech. Und schon ist ein ganzer Schwung Plastik aus dem Badezimmer verschwunden.

Für ein strahlendes Lächeln

Wie oben schon erwähnt, gibt es inzwischen vielerorts Bambuszahnbürsten, aber auch bei der Zahnpasta gibt es Neuerungen. Gerade gefunden im Regal bei DM: Zahnputztabletten. Die kommen in einer Papierverpackung daher und sind so ergiebig wie die Pasta aus der Tube. Für Experimentierfreudige gibt es sogar Zahnpasta am Stil.

Auch bei Zahnseide lohnt es sich, nachzudenken. Doppelt in Plastik verpackt und auch das Produkt selbst ist aus Kunststoff, doch es geht auch anders mit Zahnseide aus Bienenwachs oder Maisseide.

Frisch aus der Wäsche schauen

Immer mehr Frauen schwören auch auf waschbare Kosmetikpads. Statt nach dem abendlichen Abschminken die Patts in den Mülleimer zu werfen, gibt es nun praktische Alternativen aus Baumwolle, Bambus und Mikrofaser. Die kommen einfach in die Wäsche und können vielfach wiederverwendet werden.

Und natürlich sollten Stoffhandtücher die erste Wahl vor Papiertüchern sein.

Deodorants

Ohne Aluminium ist seit einigen Jahren ja schon fast Standard geworden und viele dieser Roll-ons gibt’s in umweltschonenden Glasflaschen. Wer noch eine Schippe drauf setzen möchte, kann sein Deo selbst machen oder in Pappverpackung kaufen.

Aus Edelstahl

Manchmal kann es eine Anschaffung fürs Leben sein: Scheren und Pinzetten aus Edelstahl.

Rasieren

Auch der Rasierer braucht kein Einwegartikel aus Kunststoff sein: Der klassische Rasierer aus Edelstahl tut auch seinen Zweck. Für die Männer kommt dazu: Holzpinsel und Rasierseife am Stück und voilà, schon wieder weniger Plastik im Bad.

Klopapier

Das Allerweltsprodukt gibt es inzwischen auch aus Bambus und in Papier verpackt. Wem das zu teuer ist, der kann bei seinem Klopapier, aber auch bei Kosmetiktüchern und Wattepads, zumindest auf das Siegel „Blauer Engel“ für besonders umweltschonende Produkte achten.

Oder den neuen Renner kaufen. Während der Corona-Krise, als plötzlich Klopapier gehamstert wurde, kauften immer mehr Kund*innen eine Po-Dusche. Ein Freund berichtet uns: „Das ist gewöhnungsbedürftig, aber erstaunlich gründlich. Einfach benutzen, danach kurz warten, damit der Intimbereich trocknet, und voilà: fertig". Außerdem hat es seinen Papierverbrauch um 85 Prozent gesenkt.

Tina Molin
Denise Siegel
Tina Molin ist Mitgründerin und Chefredakteurin von OW up!

Über die Autorin

Tina Molin

Arbeitet seit über 20 Jahren als Journalistin und hat sich schon mit vielen spannenden Themen beschäftigt. 1996 schrieb sie in Hamburg bereits über Techno, Tracks und DJs. Ab 2000 verfolgte sie für PRINZ das pulsierende Berliner Nachtleben. Später interviewte sie für BUNTE Prominente von Hugh Jackman bis Lady Gaga. Dann wurde sie Mutter – und plötzlich war die Lust weg. Daraus folgte der Blog Happy Vagina und das Interesse für weibliche Sexualität. Als Gründerin und Chefredakteurin von OW up! möchte sie Frauen inspirieren und motivieren, ihren eigenen Weg zu finden und zu gehen.