Marie Kondo der Küche: Vorräte nach Mindesthaltbarkeitsdatum aufzufuttern

Gerade sieht man auf Facebook und Instagram aufgeräumte Kühlschränke und Vorratskammern. Alles schön sortiert nach: Mindeshaltbarkeitsdatum (MHD). Auch unsere Autorin Melody war fleißig und isst nun „MHD“-Menüs – mit allen Herausforderungen.

Die Bilder der angstgetriebenen Hamsterkäufer vor zwei Wochen haben mich motiviert meine Lebensmittelvorräte nicht panisch aufzustocken, sondern vernünftig aufzubrauchen: Ich habe sie jetzt nach Mindesthaltbarkeisdatum (MHD) sortiert!

Während die anderen in der Corona-Krise Fensterputzen, Netflix-Bingewatching machen oder ihren Instagram-Feed füttern, habe ich die Zeit genutzt und bin meine Lebensmittel durchgegangen. Bei den frischen Sachen im Kühlschrank ging es ganz schnell, denn der Inhalt ist überschaubar, aber bei der Vorratsschublade wurde es interessant…

Den MHD-Ladenhütern geht’s an den Kragen

Ich bin in meine jetzige Wohnung Ende Dezember 2016 eingezogen und habe dann mal ordentlich (neu) eingekauft. Einige der Produkte, die ich „schon immer mal ausprobieren wollte“, stehen seitdem unangetastet herum. Dazu gesellten sich die Sachen, die man sonst ab und zu einfach mal mitnimmt, aber dann nie zubereitet. Wer kennt es nicht ;-)

All diesen Ladenhütern in meiner Küche ging es letzte Woche nun an den Kragen: Auf dem Speiseplan stand ein köstliches Linsen Couscous (MHD 05/2017) mit Jackfruit Terriyaki (MHD 12/2018). Die Gerichte waren getrocknet oder vakuumverpackt. Verunsichert war ich trotzdem. Ein kurzer Anruf bei Mutti hat mich motiviert, mich einfach zu trauen. „Mehr als nicht mehr schmecken, kann es ja nicht“, meinte sie. Also rauf auf den Löffel und rein. Zu meiner Überraschung war es sehr lecker!

Aber ist Fisch aus 2019 noch gut?

Und dann ging es dem Bio Dinkel wie Reis (MHD 04/2019) an den Kragen, zusammen mt dem Alnatura Lachsfilet von 11/2019. Beim Fisch wurde mir mulmig, doch alles, was dem Geruchstest standhält, wird noch verzehrt, beschloss ich. Und was soll ich sagen: überraschend gut.

Für jemanden wie mich, der normalerweise ein Joghurt nicht mehr anrührt, wenn es 48 Stunden abgelaufen ist, war es eine super Übung, nicht mehr so MHD-hörig zu sein und ein tolles Learning was dieses Datum bedeutet – nämlich nicht so viel wie ich dachte!

Marie Kondo der Küche

Dank meiner „MHD“-Menüs konnte ich neue Einkäufe ordentlich einschränken und mache auch noch eine auf „Marie Kondo“, da ich meine Küchenschränke nun gehörig ausmiste – und aufesse. Wegschmeißen kam für mich nicht infrage, denn das finde ich heutzutage keine Option mehr. Ich hoffe auch, dass die ganzen Hamsterkäufer, die jetzt Dosen um Dosen gebunkert haben, ihre Sachen brav aufbrauchen. Und zwar bevor das MHD abgelaufen ist. Und wer absehen kann, dass er oder sie es nicht schafft: Bitte nicht wegschmeißen, sondern rechtzeitig an die Tafeln spenden. Ich selbst habe noch einige Dosenleckereien vor mir. Etwa Ravioli aus dem Jahr 2014. Das ist meine lukullisch Challenge für die nächste Woche.