Kerstins Kolumne: Warum Frauen vier Konten guttun

Kerstin Gernig ist Money-Coach. Sie unterstützt ungewöhnliche Unternehmerinnen, Gründerinnen und Seniorpreneurinnen. Ihre monatliche Kolumne dreht sich um das liebe Geld. Diesmal: Warum Frauen vier Konten brauchen für Sparen, Spaß, Business und Karma.

Männer kaufen Aktien. Frauen kaufen Kleider. Beide lieben ihre Sammlungen. Der eine beobachtet seine Aktiensammlung und hält sie möglichst lange. Die andere beäugt kritisch ihre Kleidersammlung und aktualisiert sie möglichst häufig. Ist das ein Klischee? Und wenn ja, wie viel Wahres ist dran? Daher direkt gefragt: Besitzt du Aktien? Sind deine Konten gut gefüllt? Investierst du richtig oder sparst du falsch?

Warum du vier Konten brauchst

Du brauchst vier Konten: ein Sparkonto, ein Spaßkonto, ein Businesskonto und ein Karmakonto. Und diese vier Konten unterscheiden sich fundamental voneinander.

Sparkonto: Viele Frauen haben ein Sparkonto und sparen eisern. Spare in der Zeit, dann hast du in der Not, lautet ein altes Sprichwort. Das ist auch durchaus vernünftig, aber hast du auch gelernt, klug (in dich) zu investieren? Ein kluges Investment hat einen ROI, also einen Return on Invest. Und genau auf den kommt es an. Denn der ROI unterscheidet die Ausgabe (z. B. für ein Kleid) von der Investition (z. B. in ein Coaching, das dich auf dein persönliches „next level“ bringt). Wer aufgrund seiner Investition anschließend mehr einnimmt, hat klug investiert.

Spaßkonto: Was wäre das Leben ohne Spaß und den kleinen Luxus des Alltags. Doch wer führt akribisch Buch, was er täglich ausgibt und hat wirklich einen Überblick darüber? Ein Überblick hilft dabei, nicht unnötige, überflüssige Abos vom Fitnessstudio bis zu Frauenzeitschriften laufen zu haben, die nicht genutzt oder nicht gelesen werden.

Businesskonto: Wer sich selbständig macht, muss ein von seinem Privatkonto getrenntes Businesskonto für eine übersichtliche Buchführung haben. Das geschäftliche Konto sollte gut gefüllt sein, um Investitionen tätigen zu können. Häufig fehlt Frauen der Schneid, ihr Business als Unternehmerin zu führen. Stattdessen verausgaben sie sich mit Fachkraftaufgaben als Selbständige selbst und ständig. Während Unternehmer*innen permanent überlegen, wie sie ihr Business skalieren und optimieren können. Geld ist nichts anderes als ein Tauschmittel, um seine Visionen umsetzen zu können, seine Ziele zu erreichen und weiter wachsen zu können.

Karmakonto: Während die Einnahmen auf dem Businesskonto oft übersichtlich sind, ist das Karmakonto bei vielen Frauen reich gefüllt. Frauen verkaufen ihre Angebote und Leistungen oft unter Wert. Sie trauen sich nicht, angemessene Preise zu verlangen. Sie lassen mit sich handeln und gewähren Rabatte. Sie haben Mitleid mit Kund*innen, die finanzielle Probleme haben. Sie verschenken ihre Leistungen. Sie beuten sich selbst aus. Kurz: Sie kennen den Wert ihres Angebots nicht, haben keine solide Angebotsstruktur, keine klare Positionierung und auch keine klare Akquise-Strategie. Wer zu viel auf das eigene Karmakonto einzahlt, füllt das falsche Konto. Ein Karmakonto ist wichtig, aber auch das muss man sich erst einmal leisten können.

Grenzen für das Karmakonto

Überlege dir, was du verdienen möchtest. Und dann frage dich, was du tun musst, um dein Wunscheinkommen zu erzielen. Dafür beginnst du mit einer klaren Positionierung, entwickelst auf dieser Basis eine überzeugende Angebotspalette und startest mit einer smarten Online-Offline-Marketingstrategie, um deine Wunschkund*innen zu akquirieren.

Du füllst erst dein Businesskonto, anschließend dein Spar- und Spaßkonto und legst bewusst ein Limit für dein Karmakonto fest. Ich stelle ungefähr 7 % meines Geldes, meiner Zeit und meines Know-hows zur Verfügung. So sind meine Coaching-Vorgespräche kostenfrei, aber nicht umsonst. Ich halte einige Vorträge ohne Honorar, gebe Expert*innen-Telkos kostenfrei, stelle mein Know-how anderen Podcaster*innen und auf meinem eigenen Blog kostenfrei zur Verfügung. Aber ich bin mir durchaus des Limits meiner Kostenlos-Angebote bewusst. Und das solltest du auch sein.

Ich habe eine klare Haltung: Geld ermöglicht, Visionen umzusetzen, Vorstellungen zu realisieren, Träume zu erfüllen, Ideen zu verwirklichen, Erfahrungen zu machen und ein lebenswertes Leben zu führen. Deshalb gehe ich bewusst mit Geld um.

Alles hat seinen Preis

Wer gutmütig die finanziellen Probleme der anderen zu seinen eigenen macht, hat bald selbst welche. Insofern lohnt es sich, in das Denken der Fülle, des Verdienens und des Investierens zu kommen. Sparen macht Sinn, aber nicht um jeden Preis. Kluges Investieren geht häufig dem verantwortungsbewussten Sparen voran.

Kerstins Geld-Coaching-Tipp

Erstelle eine Excelliste mit sämtlichen privaten Ausgaben, um einen Überblick über deinen monatlichen Bedarf im Jahresdurchschnitt zu haben. Erstelle eine zweite Excelliste mit sämtlichen beruflichen Einnahmen und Ausgaben, um einen Überblick über alle Abonnements, Anschaffungen, Kosten, Versicherungen und Verpflichtungen zu haben. Nur wer einen klaren Überblick über seine Finanzen hat, ist als Unternehmerin gut aufgestellt und weiß, was in Krisenzeiten gekündigt werden kann.

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Über die Autorin

Dr. Kerstin Gernig

Sie ist Business Coach für Neuanfänge in der Lebensmitte. Dr. Kerstin Gernig wurde als Exzellenzberaterin des Deutschen Mittelstands & als Vorbildunternehmerin Deutschlands nominiert. Ihr Buch „Werde, was du kannst“ analysiert die Erfolgsstrategien ungewöhnlicher Unternehmer. In ihrem 1. Leben war sie Wissenschaftlerin. In ihrem 2. Leben war sie Sepulkralkultur-Expertin und hat als Chefredakteurin, Geschäftsführerin und Verlagsleiterin gearbeitet. In ihrem 3. Leben unterstützt sie Menschen auf dem Weg der Selbständigkeit durch Nischenpositionierungen als ungewöhnliche Unternehmer. Hier geht’s zur Webseite von Dr. Kerstin Gernig.