Erfolgreich verhandeln statt: Ich kann mich nicht verkaufen

Frauen verdienen häufig weniger als Männer. Doch die Hintergründe, warum das so ist, sind spannend. Laut Personalerin Claudia Irsfeld liegt es an einer unterschiedlichen Verhandlungskultur, aber auch an unbewussten Vorurteilen, die gegen Frauen arbeiten. Im Interview bringt sie Licht ins Dunkel, zeigt wie Frauen geschickt gegen Voreingenommenheit antreten können.  

Liebe Claudia, Frauen ziehen in Verhandlungen oft den Kürzeren. Sind Frauen zu nett, wenn es um ihr Gehalt geht?

Durchaus zeigen Frauen nach meiner Beobachtung ein bescheidenes und nettes Verhalten in Verhandlungen. Das führt dazu, dass sie als freundlich, aber eben oft auch als weniger kompetent wahrgenommen werden.

Viele Frauen sagen: „Geld ist mir nicht wichtig“. Wie können Frauen für sich eine gesunde Gehaltsvorstellung etablieren?

Ja, das höre ich auch oft. Ich denke, da braucht es zunächst ein grundsätzliches Nachdenken. Ist es mir wirklich nicht wichtig? Oder erlaube ich es mir nicht, dass Geld für mich wichtig ist? Vielleicht beeinflusst mich auch mein Umfeld, so dass ich Geld nicht als wichtig ansehe. Wenn ich Arbeit bzw. Leistung erbringe, dann hat das einen Wert und dieser Wert wird in Wirtschaftsunternehmen in erster Linie mit Geld ausgeglichen.

Tina Molin
Denise Siegel
Tina Molin ist Mitgründerin und Chefredakteurin von OW up!

Über die Autorin

Tina Molin

Arbeitet seit über 20 Jahren als Journalistin und hat sich schon mit vielen spannenden Themen beschäftigt. 1996 schrieb sie in Hamburg bereits über Techno, Tracks und DJs. Ab 2000 verfolgte sie für PRINZ das pulsierende Berliner Nachtleben. Später interviewte sie für BUNTE Prominente von Hugh Jackman bis Lady Gaga. Dann wurde sie Mutter – und plötzlich war die Lust weg. Daraus folgte der Blog Happy Vagina und das Interesse für weibliche Sexualität. Als Gründerin und Chefredakteurin von OW up! möchte sie Frauen inspirieren und motivieren, ihren eigenen Weg zu finden und zu gehen.