Die extra Stunde: Über die Macht einer Morgenroutine

Der frühe Vogel fängt den Wurm! Oder was ist dran am frühen Aufstehen? In der letzten Zeit habe ich immer wieder von der Morgenroutine erfolgreicher Menschen gelesen. Und den Sinn und Zweck dahinter zu verstehen, habe ich einen Selbstversuch gestartet. Eine Woche lang 5.30 Uhr aufstehen und den Tag voll nutzen. Was es mit mir gemacht hat und wieso es doch Sinn macht, erzähle ich hier.

Ich frage mich schon länger, ob super erfolgreiche Menschen vielleicht ein Erfolgsgeheimnis haben. Was mir während meine Recherchen auffiel: Viele sehr erfolgreiche und reiche Menschen stehen extrem früh auf und haben eine feste Morgenroutine, die ihnen hilft, an ihren Zielen zu arbeiten.

Grundsätzlich halte ich mich für eine Frühaufsteherin. Mein Tag beginnt meistens gegen 7:30 Uhr. Auch am Wochenende und ganz ohne Wecker. Aber bisher habe ich mir keine Gedanken gemacht, wie ich meine Morgenstunden ökonomisch sinnvoll nutzen kann. Meistens habe ich mich um mein Kind gekümmert, angefangen aufzuräumen oder einfach in den Tag hineingelebt. Doch dann wurde ich von einem Bekannten nominiert, an der „530-Challenge“ des jungen, charismatischen Life-Coaches Thaddaeus Koroma teilzunehmen.

Die Challenge startet am Sonntag

Thaddaeus ist Anfang 30, hat afrikanische Wurzeln, ist aber in Berlin-Wedding und unter schwierigen Umständen aufgewachsen. Mit 20 hatte er gute Aussichten professioneller Basketballspieler zu werden, bis ihm eine Sportverletzung diesen Traum abrupt zerstörte. Trotzdem raffte er sich wieder auf und fing an zu lernen. Heute ist er als Coach, Mentor, Speaker und Influencer in den sozialen Medien sehr erfolgreich.

Das Ziel seiner Challenge ist es, sechs Tage lange um 5:30 Uhr aufzustehen, um kraftvoller und mit Schwung in den Tag zu starten. Dafür bekommt man von Thaddeus täglich ein Motivationsvideo. Da ich mich in letzter Zeit bereits öfter mit Morgenroutinen befasst hatte, war ich gerne bereit, die anfallenden 5,30 Euro zu investieren. 5:30 Uhr war zwar eine Kampfansage, und vor allem sollte das Ganze an einem Sonntag beginnen, aber ich war gespannt. Diese Challenge kam mir gerade recht.

Neue Gewohnheiten bilden

Als mein Wecker um 5:20 Uhr am Sonntagmorgen klingelte, war ich direkt hellwach. Ich war richtig aufgeregt. Ich sah mir das einstündige Video an und wollte danach sofort in meinen Tag starten. Meine Hündin war sehr irritiert, als sie schon um sieben Uhr mit mir joggen musste. Aber ich glaube, wir haben es beide genossen. Ich war ungewöhnlich fit und motiviert. Das habe ich tatsächlich die folgenden fünf Tage durchgezogen. An drei Tagen war ich nach dem Video gleich im Fitnessstudio und habe die Energie genutzt, muss aber zugeben, dass ich an zwei Tagen nach dem Video noch einmal zu meinem Freund ins Bett gekrabbelt bin. Trotzdem war es ein guter Start zu einer neuen Gewohnheit. Wir befinden uns nämlich nicht nur am Ende des Jahres, sondern auch am Ende eines Jahrzehnts. Und für mich gilt: Schwung für das kommende Jahrzehnt zu nehmen. Und dieser Schwung kommt für mich mit einer extra Stunde am Morgen.

Dem Tag voraus

Ich finde das Gefühl, dem Tag voraus zu sein und Zeit nur für mich zu haben, großartig. Aber ich hatte noch keinen Plan, wie ich das für meinen Weg zur finanziellen Freiheit nutzen könnte. Ich wollte mehr über das Geheimnis der Morgenroutinen wissen. Und wieder schickte mir das Universum den richtigen Hinweis in Form des Buches „Miracle Morning“ und „Miracle Morning für Millionäre“ von Hal Elron.

Wie spannend, dass man immer die richtigen Dinge zur richtigen Zeit findet. Hal Elron hat sein persönliches Morgenritual entwickelt, nachdem er einige heftige Schicksalsschläge erlebt hat, wie einen schweren Unfall, nach dem er für mehrere Minuten klinisch tot gewesen war. Danach wurde ihm gesagt, dass er nie wieder laufen könne. Doch er lernte wieder laufen. Dann verlor er zweimal sein gesamtes Vermögen und musste wieder ganz von vorne anfangen. Als ob das nicht reichen würde, wurde bei ihm eine seltene Form von Krebs diagnostiziert, deren Chancen auf Heilung bei nur 20 bis 30 Prozent lagen. Aber er lebt noch immer und beschreibt den Weg, der ihn mithilfe seiner Morgenroutine aus diesen Katastrophen geholfen hat.

Morgenroutine Life SAVERS

Durch dieses Buch habe ich verstanden, dass es sich mit Zeit und Geld ähnlich verhält. Beides verschwindet, wenn ich mich nicht zuerst selbst bezahlen. Ja wirklich, da war es wieder. Pay yourself first! Wenn ich das Geld sparen will, das am Ende des Monats übrig ist, werde ich wahrscheinlich auf ein sehr leeres Konto blicken. Mit der Zeit verhält es sich ähnlich. Wenn ich mir erst am Ende des Tages Zeit für mich und meine persönliche Entwicklung nehme, werde ich mich häufiger vom Tag erschöpft auf dem Sofa wiederfinden und nur noch Lust auf Fernsehen haben.

Deshalb gilt es, den Wecker eine Stunde früher zu stellen, diesen weit weg vom Bett zu platzieren und beim Klingeln sofort das Bett zu verlassen, um direkt ins Bad zu gehen. Dort empfiehlt es sich, die Zähne putzen, sich anzuziehen und ein großes Glas Wasser zu trinken. Und diese Zeit, diese extra Stunde oder auch nur eine halbe Stunde oder was man bereit ist, sich selbst zu schenken, wird mit einer Routine gefüllt, die Hal die Life SAVERS nennt.

S – Silence steht für Stille oder Meditation, Yoga, Entspannungsübungen

A – Affirmationen – Lesen oder lautes Aufsagen meiner stärksten Glaubenssätze

V – Visualisierung meiner Ziele

E – Exercise – Frühsport

R – Read – Jeden Morgen in einem Sachbuch lesen

S – Scribing – Ein Morgenjournal oder Tagebuch führen, in dem ich alle Gedanken, Ziele, Pläne, Fortschritte etc. festhalte.

Ich halte die Morgenroutine oder auch den Miracle Morning für absolut sinnvoll. Sehr gerne würde ich das jeden Morgen für mich umsetzen. Aber bisher scheitere ich am Alltag mit einem kleinen Kind und daran, dass ich regelmäßig nachts arbeite. Im Zuge dessen habe ich für mich festgestellt, dass der Miracle Morning gar nicht unbedingt um 6:00 Uhr früh anfangen muss. Es kann auch durchaus erst um 10:00 Uhr sein, wenn das Kind in der Kita ist oder ich ausreichend geschlafen habe. Ich habe mir sozusagen meine individuelle, passende Morgenroutine geschaffen. Wichtig ist mir geworden, dass ich regelmäßig diese eine Stunde – unabhängig von der Uhrzeit – nur für mich reserviere.

Victor Hensel-Coe

Über die Autorin

Ona

Steht mit beiden Beinen im Leben. Dachte sie! Bis sie einen genauen Blick auf ihre Finanzen warf und entsetzt feststellte, dass sie praktisch keine Rücklagen, dafür aber einen Batzen Schulden, hat. Als Frau der Tat fasste sie den Entschluss, reich zu werden. Auf ihrer Reise zur finanziellen Freiheit berichtet sie über finanzielle Bildung, Mindset, Schuldenabbau, Vermögensaufbau und zeigt, dass Finanzen weder kompliziert noch langweilig sein müssen, und außerdem: „Geld ist der Schlüssel zur Freiheit“, sagte schon Coco Chanel.